IGNAZ CASSAR

Felder

Titel: Felder
Datum:
2006
Material:
Schwarzweißnegativ mit Silbergelatinekontaktabzug
Dimensionen:
25,4 x 20,3 cm (gerahmt: 35,5 x 30,4 cm)
> Ansichten: Installationsansicht, Feld #1, Feld #2, Feld #3, Feld #4, Feld #5
Die Serie Felder erkundet die Fähigkeit der »Re-präsentation« in der Schwarzweißfotografie. Die Arbeit greift das Thema der englischen Landschaft auf und bringt eine Vielfalt an Panoramaaufnahmen sowie Motive topografischer Landschaftsmerkmale zusammen. Unter Anwendung einer Großformatkamera ist jede Aufnahme sorgfältig als ein malerischer Blick auf die pittoreske Landschaft zusammengesetzt, um dabei das darstellende Potential der fotografischen Technologie im Allgemeinen und das der Großformatfotografie im Besonderen hervorzuheben.
Jede fotografische Arbeit der Serie Felder besteht aus einem circa 25 x 20 cm großen Negativ, das unmittelbar über seinen positiven Kontaktabzug liegt. Durch die Überlagerung des Negativs mit dem Positiv wird das fotografische Bild »negiert« und erscheint schwarz. Die fotografischen Details ziehen sich in ein monochromes Feld aus Schwarz zurück. Die Formen und Umrisse des Bildes sind nur noch aus nächster Nähe erkennbar.

Man könnte gewissermaßen sagen, dass das Bild zwischen den von Negativ und Positiv generierten schwarzen Feldern aufgehoben wird. Während sich jedes einzelne Bild formiert, wird die Fähigkeit der Bildreproduktion, so typisch für die Fotografie, zum Stillstand gebracht. Die Aufzeichnungsrolle der Kamera ist eingestellt. Gleichzeitig wird die gestaltende Absicht des Fotografen, eine Szene zu selektieren, durcheinandergebracht. Die Arbeit wirkt der pittoresken Qualität einer jeden Ansicht entgegen, diese dabei in ein dunkles Feld stürzend. Die dargestellten Motive verschwinden in die Schwärze der fotografischen Körnung. Landschaften wiedergegeben in schwarz.

Kreativ und »degenerativ« zugleich, das Zusammenbringen von Negativ und Positiv in Felder lässt das Bild in seinen Eigenschatten fallen. Anstatt in einem Fotoalbum oder Archiv zu verbleiben, um später als Prototyp für eine unzählige Nummer an Abzügen verwendet zu werden, bringt das fotografische Negativ in seiner Zusammenführung mit dem Positiv in der Serie Felder eine unerwartete visuelle Konvergenz hervor.